Die Grindr Flirt App im großen Test

Grindr ist seit 2009 in Amerika auf dem Markt und revolutionierte dort das Kennenlernen von Schwulen. Die Besonderheit der Dating-App besteht in der Ausrichtung auf den GPS-Chip des Smartphones. Dadurch kann man relativ schnell Singles aus der direkten Umgebung finden. Um das Zusammenkommen noch einfacher zu gestalten, wird Ihnen die Entfernung zu einem anderen User sofort angezeigt.

Eine weitere Besonderheit sind die sogenannten Grindr-Tribes, die zu einem Großteil sicherlich aus der schwulen Szene bekannt sind. Man unterscheidet hier vor allem zwischen:

  • Bear
  • Clean-Cut
  • Daddy
  • Discreet
  • Geek
  • Jock
  • Leather
  • Otter
  • Poz
  • Rugged
  • Trans und
  • Twink

Kritisieren könnte man an dieser Stelle, dass bisexuelle Gays überhaupt nicht abgebildet werden, aber gegenüber den anderen Dating Portalen für Schwule ist dies ein großer Schritt nach vorne, der die gezielte Suche nach sexuellen Vorlieben erleichtert.

Die Vorteile Die Nachteile
Klare Ausrichtung auf die App Keine Desktop-Version
Sehr gute Umkreissuche Steckbrief mit wenigen Informationen
Einfache Suche durch Grindr Tribes
Unkomplizierte und schnelle Anmeldung
Weltweit sehr bekannt

Wer ist auf Grindr online?

Der Anbieter selbst versteht sich als größte Schwulen-Dating Plattform weltweit. In den USA nutzen bereits 1,5 Millionen Menschen den Service. Auch wenn es in Deutschland bisher nur knapp 200.000 Nutzer sind, zählt sie auch hier bereits zu einer der bekanntesten schwulen Apps. Dabei nimmt die Gruppe der 25- bis 34-Jährigen den größten Anteil mit 42 % ein. Jüngere User sind mit immerhin 30 % ebenfalls recht stark vertreten. Mitglieder über 35 Jahren sind dagegen eher die Ausnahme.

Das Interesse ist bei allen Schwulen recht ähnlich. Es geht um eine schnelle und unverbindliche Nummer. Die große Liebe sucht hier kaum einer. Daher sollten Sie sich auf eine recht zielgerichtete Kommunikation einstellen, die sehr schnell in einem Treffen gipfelt.

Flirten per Gay-App – diese Funktionen bietet die Anwendung

Die Gay-Software gilt in der Regel als Vorbild des wesentlich bekannteren Tinder. Dennoch gibt es zwischen den beiden Portalen erhebliche Unterschiede, was Funktionen und Darstellungsmöglichkeiten angeht. Am wichtigsten ist hier die GPS-basierte Suche. Dabei werden Ihnen als Ergebnis ungefähr 20 Bilder von anderen Mitgliedern angezeigt. Wenn Sie jemanden attraktiv finden, können Sie auf ihn klicken. Dann sehen Sie das Profil und können mit dem Anschreiben beginnen.

Die Kennenlern-Funktionen sind bei Grindr recht spartanisch gehalten. Es gibt eigentlich nur die Möglichkeit, Mitteilungen zu versenden. Diese werden als eigenständiges Chat-Nachrichtensystem dargestellt, ähnlich wie es bei WhatsApp der Fall ist. Sicherlich könnte man sich jetzt fragen, ob dies ausreichend ist, aber da die Gay-App vor allem das Zusammenkommen vereinfachen will, ist es eigentlich nicht verwunderlich.

Hier lernt man sich nicht erst tagelang über die Online-Dienste kennen. Eher werden Verabredungen spontan vereinbart und man trifft sich ohne große Umschweife auf ein Tässchen Kaffee oder doch beim Feierabendbier. Schnick-Schnack wie eine Anstupsfunktion oder gar Geschenke wären hier vollkommen fehl am Platz. Die User wissen meist, was sie wollen und auf welche sexuellen Vorlieben sie stehen. Es muss lediglich geprüft werden, ob die Chemie zwischen allen Parteien stimmt. Dazu ist das derzeitige System sehr gut geeignet, weshalb unsere Tester das Kennenlernen über die Flirt-App als sehr positiv bewerten. Wenn man das Zusammenkommen langsamer angehen lassen möchte, sollte eher gayPARSHIP in Betracht gezogen werden.

Download der Kennenlern-App, Design und Navigation

Bei der Anwendung handelt es sich um eine native Applikation, die vor dem Gebrauch heruntergeladen werden muss. Der Download ist ohne zusätzliche Kosten verbunden, allerdings muss man auf die Unterstützung des Betriebssystems achten. Für Android ist eine Variante ab der Version 2.3.3 verfügbar. Bei der Verwendung von Apple-Produkten muss man auf iOS 2.2.8 achten. Wir haben die Software mit einem iPhone 5 und einem Samsung Galaxy S 6 ausprobiert und konnten auf beiden Systemen keinerlei Beeinträchtigungen feststellen. Die Navigation war einfach, die Ladezeiten akzeptabel und Abstürze hatten wir keine.

Beim Design setzt der Anbieter auf ein dunkles Gelb und Schwarz. Da jedoch die Profilbilder den größten Platz einnehmen, kann man sich hier nicht über zu knallige Farben beschweren. Die Navigation ist ebenfalls recht einfach. Im oberen Bereich kann man seine Eistellungen, sein Profil und seine Favoriten verwalten. Außerdem gelangt man relativ schnell zu den Konversationen über das Chat-Symbol.

Die Steckbriefe der verschiedenen Nutzer werden sehr übersichtlich dargestellt. Neben dem Bild finden sich auch einige persönliche Angaben und man kann einen kleinen Begrüßungstext eingeben. Im unteren Bereich auf der rechten Seite hat man dann die Möglichkeit die verschiedenen Optionen auszuwählen. Neben dem Chat kann man auch einen User favorisieren oder ihn blockieren. Die Bedienung ist sehr nutzerfreundlich und intuitiv, sodass es keinerlei große Probleme geben sollte.

Grind Xtra – die Kosten auf einen Blick

Die Nutzung des Dating-Services ist hierzulande noch kostenlos möglich. Auch der Download der App ist mit keinerlei Preisen verbunden. Allerdings muss man sich des Öfteren über Werbe-Popups ärgern, wenn lediglich die Basis-Mitgliedschaft genutzt wird. Ein großer Nachteil, der kostenfreien Accounts ist jedoch, dass man nur Mitteilungen angezeigt bekommt, wenn man online ist. Zur besseren Nutzung versprechen die Premium-Funktion folgende Features:

  • Bis zu 300 Mitglieder aus der Umgebung werden angezeigt.
  • Es können deutlich mehr Favoriten gespeichert werden.
  • Benachrichtigungen beim Erhalt von Mails, wenn man offline ist.
  • Mehr Suchfilter für Interessen, Größe, Alter und Körper-Typ.

Dabei fallen für die Nutzung verschiedene Kosten an, die je nach Laufzeit des Abos variieren. Die Verträge werden über den Apple oder Google Play Store geschlossen und können auch dort gekündigt werden. Hier eine Übersicht der Preise:

  • 1 Monat Vertrag: 9,99 Euro
  • Vierteljahres Vertrag: 6,98 Euro pro Monat
  • Halbjahres Vertrag: 4,99 Euro pro Monat
  • Jahres Vertrag: 2,99 Euro pro Monat

Für eine Casual-Dating Plattform im Gay-Bereich sind die Kosten sehr gering. Daher können wir das Ausprobieren nur empfehlen. Gemessen am geringen finanziellen Aufwand sind die Erfolgschancen sehr hoch. Daher kann es sich nur lohnen.

Der Grindr Support & die Sicherheit beim Flirten

Die Schwulen-App ist um ein Höchstmaß an Diskretion bemüht. Damit keinerlei Daten abgefangen werden können, kommen sichere SSL-Verbindungen zum Einsatz. Die Weitergabe von persönlichen Informationen an Dritte wird ebenfalls ausgeschlossen. Die Bezahlung ist derzeit nur per Kreditkarte erlaubt. Damit aber kein Verdacht aufkommt, wird eine unverfängliche Firma auf der Abrechnung angezeigt.

Zum Schutz vor Fakes stellt der Anbieter die Möglichkeit einer freiwilligen Verifizierung. Daneben gibt es noch die Option andere User zu blockieren oder zu melden. Insgesamt ein recht gutes System, da nur wenige Nutzer vorhanden sind, die es mit der Liebe zu Männern nicht ganz so ernst meinen. Richtige Betrüger haben wir während des Tests nicht gefunden.

Beim Support offenbart sich ein kleines Manko. Dieser ist nämlich lediglich in englischer Sprache über folgende E-Mail-Adresse erreichbar: help@grindr.com

Eine Hotline ist nicht vorgesehen und auch die Beantwortung der Anfragen dauert im Vergleich zu anderen Gay-Dating Portalen eher lange. Mit 24 Stunden muss man hier schon rechnen.

Über die Gay-Dating App

Die erste Anwendung wurde für das iPhone 3G mit GPS-Funktion entwickelt. Auch wenn der Ursprung in Amerika liegt, wird die Software mittlerweile in 192 Ländern verwendet und zählt weltweit mehr als 5 Millionen Mitglieder, die auch regelmäßig aktiv sind. Damit ist es eines der größten Portale für Schwule zum Kennenlernen.

Da nicht in allen Ländern Homosexualität erlaubt ist, versucht der Betreiber ständig auftretende Sicherheitslücken zu schließen. So konnten in den letzten Jahren viele Mängel beseitigt werden und die automatische GPS-Standorterkennung ist in Ländern mit Verbot der gleichgeschlechtlichen Liebe in den Werkseinstellungen bereits ausgeschaltet. So können Schwule nicht einfach nebenbei durch die Polizei aufgespürt werden.

Fazit des Erfahrungsberichts

Die Schwulen-Dating App zeigt ein eher gemischtes Bild. Sicher geht es hier nicht um das Finden der wahren Liebe, sondern eher um die Suche nach schnellen Sextreffen und heißen Nummern. Für letzteres eignet sich die Plattform sehr gut. Durch die Anwendung für das Smartphone kann man schnell andere Gays in der Umgebung finden. Auch ist hier die Kommunikation nicht so langwierig, wie bei der Konkurrenz von Gay.de. Dennoch hätten sich unsere Tester manchmal mehr Kontaktoptionen gewünscht. Für eine kurze Affäre oder auch regelmäßige Sextreffen ist es sehr empfehlenswert, da die anderen User keinerlei Erwartungen haben. Eine gute Casual-App für Schwule, die im Alltag viel Freude bringen kann, aber eventuell auf Dauer etwas langweilig ist.

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